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Opel Meriva B

Im Jahr 2008 habe ich meinen Firmenwagen1) zurückgegeben und bin auf einen Privatwagen umgestiegen. Am Pfingstsamstag 2008 habe ich dann einen Opel Zafira B mit Tageszulassung beim Händler abgeholt – Pfingstsamstag, wohlgemerkt. Einen Tag später, am Pfingstsonntag, wollten wir dann mit unseren Kindern ins Hallenbad. Aber… Die Kofferraumklappe des Autos ließ sich nicht öffnen. Wie gesagt: Einen Tag später. Es folgte ein Austausch des Schlosses – und es folgten im Laufe der nächsten neun Jahre viele weitere Reparaturen an anderen Teilen… Ich hatte ein sogenanntes „Montagsauto“ erwischt.

Infolgedessen hatte ich mir geschworen, keinen Opel erneut zu kaufen – wohl wissend, dass es dieses Phänomen bei anderen Herstellern genauso gibt. Doch auch Freunde und Familienmitglieder wiesen mich darauf hin, dass einem so etwas bei anderen Herstellern genauso passieren könne. Also sprang ich über meinen Schatten und erwarb im Juli 2017 bei einem Opel-Händler einen gebrauchten Meriva B.

Was mir mit diesem Fahrzeug Anfang 2018 geschehen ist, hat mich dann dazu bewogen, hier nun einmal die (Leidens-)Geschichte dieses Autos auf Dauer festzuhalten:

Zeitpunkt KM-Stand Meldung,
Teil(e)
Betrag [EUR] Beschreibung
13.01.2016 0 Zulassung des Autos auf die Adam Opel AG in Rüsselsheim.
11.2016 16.342 Das Auto wird wieder abgemeldet.
06.07.2017 Zulassung des Autos auf meinen Namen.
07.07.2017 Abholung des Autos beim Opel-Händler.
05.01.2018 Acht Tage vor Ablauf der Garantie lasse ich bei einem anderen Opel-Händler eine Garantiedurchsicht durchführen, denn: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Ergebnis: Es wurden keine Mängel festgestellt.
13.01.2018 ca. 33.800 Ablauf der zweijährigen Garantie.
15.01.2018 33.900 „Motorleistung reduziert“ 89,49 Zwei Tage nach Ablauf der Garantie erhalte ich auf meinem morgendlichen Arbeitsweg besagte Meldung. Der Motor arbeitet im Notfallmodus. Abends in der Opel-Werkstatt wird diagnostiziert, dass ein Sensor des Gaspedals angeschlagen hat. Augenscheinlich ist aber nichts festzustellen. Der Fehler wird quittiert und der Fall wird offen gehalten. Falls der Fehler in den nächsten Tagen erneut auftritt, soll ich mich erneut melden.
18.01.2018 33.900 „Motorleistung reduziert“ Erneut auf meinem morgendlichen Arbeitsweg erhalte ich diese Meldung. Der Motor arbeitet wieder im Notfallmodus. Samstags darauf (20.01.2018) wird in der Opel-Vertragswerkstatt der gleiche Fehler diagnostiziert.
24.01.2018 36.119 Gaspedal,
Steckergehäuse,
Kabelverbindung
Das Gaspedal und einige Kleinteile werden ersetzt. Hinzu kommen Montagekosten und Betriebsstoffe. Opel übernimmt aus Kulanz 300,80 EUR (netto). Den Rest muss ich bezahlen. Hinzu kommen die Kosten für den Mietwagen in Höhe von 20,10 EUR. Macht für mich summa summarum 109,59 EUR (brutto), von denen aber nur 89,49 EUR direkt auf den Meriva entfallen.
19.03.2018 ca. 41.200 „Klimaanlage aus wegen zu hoher Motortemperatur“ 721,62 Exakt zwei Monate und sechs Tage nach Ende der Garantiezeit erhalte ich diese Meldung. Ein sofortiger Blick auf die Kühlmitteltemperaturanzeige weist mir aber normale 90 °C aus. Weitere Kontrollleuchten sind nicht aktiv. Also fahre ich erst einmal weiter und abends in die Werkstatt. Dort zeigt ein Blick unter die Motorhaube, dass im Kühlmittelbehälter zwar noch Kühlmittel vorhanden ist, aber nicht mehr bis zum empfohlenen Kühlmittelstand. Ein weiterer Blick im Motorraum verrät, dass in der Nähe des LPG-Verdampfers Feuchtigkeit austritt. Also lasse ich den Wagen zur Vorsicht in der Werkstatt.
20.03.2018 Ein Anruf meiner Vertragswerkstatt bestätigt die Vermutung: Der LPG-Verdampfer ist undicht, wodurch Kühlmittel entwichen ist. Eine Kulanzanfrage bei Opel hat ergeben, dass der Hersteller 70 % übernimmt.

Zur Vorsicht hat die Vertragswerkstatt aber auch noch getestet, ob Motoröl in den Kühlkreislauf gelangt ist. Ergebnis: Der Test hat positiv angeschlagen, was bedeutet, dass die Zylinderkopfdichtung nicht mehr dicht ist. Für diesen Folgeschaden wird bei Opel ebenso noch am gleichen Tag eine Kulanzanfrage gestellt. Diese geht dort in die manuelle Prüfung.

Übrigens: Ein Fehler an sich konnte nicht ausgelesen werden.
23.03.2018 Nach drei Tagen Bedenkzeit hat sich Opel entschlossen, für den Zylinderkopf ebenso 70 % zu übernehmen.
26.03.2018 Laut meiner Werkstatt wird am Montag nach dem Wochenende der Zylinderkopf ausgebaut und zwecks Reparatur an die Wessel & Gährken AG versendet.
03.04.2018 Ebenso laut meiner Werkstatt ist der Zylinderkopf repariert wieder eingetroffen. Dass es so lange gedauert hat, habe am Krankenstand bei Wessel & Gährken gelegen.
10.04.2018 Erst weitere fünf Arbeitstage später erhalte ich abends gegen 17:30 Uhr – eine halbe Stunde vor Toresschluss – einen Anruf, dass mein Auto repariert sei. Bis dahin habe ich mehrmals selbst die Initiative ergreifen und nach dem aktuellen Stand nachfragen müssen, um diesen zu erfahren – von selbst kamen keine Rückmeldungen. Bis um 18:00 Uhr schaffe ich es an diesem Tag nicht mehr, zu dieser Opel-Werkstatt zu gelangen.

Unter'm Strich sind nun 22 Kalender- bzw. 14 Arbeitstage vergangen, welche knapp drei normalen Arbeitswochen entsprechen!
11.04.2018 LPG-Verdampfer,
Kleinteile,
Kühlerfrostschutz
Ich hole morgens mein Auto wieder ab.

Opel übernimmt von netto 1.360,75 EUR den Betrag in Höhe von 754,35 EUR. Für mich bleiben 606,40 EUR netto, was 721,62 EUR brutto entspricht.
15.04.2019 78.890 Einspritzdüsen und Kraftstofffilter für LPG, inkl. Montage und Kleinteilen. 737,04 Das Auto ruckelte, vor allem bei niedrigen Umdrehungen. Die Einspritzdüsen mussten ersetzt werden.

Kommentar

Nie wieder Opel

Zugegeben: Ich hätte nach dem Zafira gewarnt bleiben und die Finger von einem weiteren Opel-Fahrzeug lassen sollen – und wer den Schaden hat, braucht für den Spott auch nicht zu sorgen. So meinte mein Arbeitskollege bereits: „Ist der Notfallmodus bei Opel nicht der Standard-Modus?“

Doch ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht: Darf man nicht auch eine gewisse Qualität erwarten? Oder muss man heutzutage damit rechnen, dass bereits nach 41.200 km größere Reparaturen anstehen?

Bei Opel anscheinend schon! Denn entweder habe ich einfach nur Pech und zum zweiten Mal in Folge ein Montagsauto erwischt, oder aber Opel hat weiterhin Qualitätsprobleme. Welche dieser beiden Varianten zutrifft, möge der geneigte Leser selbst entscheiden.

Es bleibt mir nun nichts anderes übrig, als dieses Auto bis zu dessen Ende zu fahren, denn guten Gewissens kann ich ein solches Auto niemandem weiterverkaufen. Warten wir ab, wie diese Geschichte weitergeht. Ich fürchte, die nächste Fortsetzung folgt in nicht allzu ferner Zeit. Leider…

Darum: Dies ist nun mein letzter Opel. Definitiv!

Just my two cents…

1)
Opel Meriva A, mit dem ich sehr zufrieden war.
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verbraucherinformationen/automobile/maengel_und_reklamationen/opel_meriva_b.txt · Zuletzt geändert: 28.04.2019 19:30 von charly

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